Konzert- Rückblick:


Harrislee, 02. Dezember 2000

Nacht der Lieder

Ein interessanteres und abwechslungsreicheres Programm für's letzte Mal hätten wir uns kaum wünschen können.
Neugierig auf das, was uns erwartet, starteten wir - obwohl eine von uns leicht grippegeschwächt - erst am späten Nachmittag Richtung Flensburg und somit zu Ina.
Zum erstenmal überhaupt regte sich in uns der Wunsch, der Saal möge bestuhlt sein. Freudig erregt und begeistert erblickten wir sie dann mit leuchtenden Augen - nein, noch nicht Ina - die Stühle!
Ziemlich besorgt mußten wir erfahren, daß Ina sich hingelegt hatte. Unsere Befürchtungen wurden bestätigt, als wir sie kurz darauf sahen. Auch sie hatte es gesundheitlich ziemlich arg erwischt. Obwohl sie Tage zuvor noch das Bett hüten mußte, ließ sie es sich nicht nehmen, trotzdem in den schönen Norden zu reisen. Das verdient Respekt und Anerkennung!

Der Saal war mit 270 Gästen restlos ausverkauft und die Nachfrage war noch wesentlich größer. Eingestimmt wurden wir vom Komponisten und Veranstalter Richard Wester, der uns erst auf der Querflöte mit türkischen Klängen verzauberte und danach mit dem Saxophon in die Vollen ging.
Im 1/4-Stunden-Takt ging es dann weiter mit Manfred Maurenbrecher am Klavier, der lustig und überaus sympathisch Lieder aus dem ganz normalen Alltag zum Besten gab. Knut Kiesewetter war der dritte im Bunde, der u.a. mit Geschichten und Gesang über einen ehem. Jazzclub in Hamburg und einem Lied in Friesisch aufwartete.

Und dann gab es endlich das, worauf wir natürlich schon den ganzen Abend so gespannt gewartet hatten:

Inas Viertelstunde

Zwar klang ihre Stimme bei "Wenn du so bist wie dein Lachen" und
"Kein wenn und aber" noch etwas zaghaft, aber das ist ja wohl auch mehr als verständlich. Deshalb kamen die Lieder aber nicht weniger schön an, denn dem eig. ganz speziellen Charme gerade dieser beiden Songs, kann so ein kleines Stimmproblem nichts anhaben. Kommen wir nun zu einer absoluten Weltpremiere: Was schon vor zwei Jahren ein ganz, ganz großer Wunsch und Traum war wurde heute Wirklichkeit. Wir persönlich hatten nicht mehr damit gerechnet, jemals in diesen ganz speziellen Genuß zu kommen, aber:

Wunder, gibt es immer wieder!

Edith Piaf ist neben Petra Kelly eine der beiden Frauen die in Inas Leben eine wichtige Bedeutung haben und was liegt da näher, als dieser großartigen Chanson-Sängerin heute auf ganz besondere Art Tribut zu zollen? Ina hat das getan, indem sie ihren eig. Text (in deutsch) über Ediths Lieder gemacht und somit versucht hat, die Stimmung und das Gefühl daraus einzufangen und rüberzubringen. "Les amants d'un jour" von Ina gesungen unter dem Titel "Die Liebenden für einen Tag" hat uns im wahrsten Sinne des Wortes Gänsehaut beschert und innerlich erstarren lassen. Der Eindruck, Ediths Geist "schwebte" über der Bühne, war elektrisierend und schien zum Greifen nahe! Was für ein Gefühl!!!

Ermutigt vom Applaus und ihrer merkbar gefestigteren Stimme gab es noch ein weiteres Edith-Highlight: "La foule", frei übersetzt mit "Die Menge" ging wirklich unter die Haut und setzte beim Publikum viele Emotionen frei. Sprachloses Erstaunen und bewundernde Blicke bei uns, als wir wieder eine neue Seite Inas künstlerischen Vielfalt entdeckten! Wow! Wir waren regelrecht gefangen in diesem Edith-Ina-Zauber, der uns wie eine magische Hülle umgab.

Wunsch an Ina: Mach bitte weiter damit! Schön wären doch ein paar Auftritte in kleinen, gemütlichen Clubs, gefüllt mit lauter Ina-Edith-Fans, die bereit sind, sich auf eine musikalische Reise zu begeben, um Ediths Musik mal ganz anders und neu interpretiert zu erleben.

Nach einer kurzen Pause ging es im 2. Teil des Abends dann richtig zur Sache. Beginnen wir auch den gleich wieder mit einer Premiere von Ina: "Wilde Wölfe", eines ihrer Lieblingslieder der aktuellen CD "Spieglein, Spieglein" ging direkt ins Herz. Hervorragend begleitet wurde sie dabei am Klavier von Manfred Maurenbrecher! Beim anschließenden "Einfach abhaun" hat dann der Manfred den Part von Reinhard Mey gesungen.

Damit war aber noch längst kein Feierabend. Im Gegenteil, jetzt ging die Luzie richtig ab: alle Künstler und natürlich die beiden begleitenden Musiker Uwe Steger (Akkordeon) und Stefan Warmuth (Bass) spielten zusammen "Lonesome traveller" - einen Song aus Inas früherer "Skiffle"-Zeit. Und das war nun wirklich der Renner des Abends. Das Publikum tobte und uns war klar: dieser Song muß mit auf Ina-Tour!!! Absolut genial!

Es folgten diverse Stücke der anderen Künstler mit Posaune, Klavier u.s.w.

Spitzenmäßig wiedergegeben hat Ina auch den vor Wochen gestellten Wunsch von Richard Wester, der da hieß: "Ina, sing doch bitte an dem Abend "Summertime"!" Nach anfänglichem Zögern und Zweifeln hat Ina dann zugestimmt - und die Umsetzung war phänomenal, besser als das Original! Ein leidenschaftlicher, gefühlvoller Vortrag allererster Sahne!

Nach zweieinhalb Stunden bester Unterhaltung,
hieß es dann leider von allen zusammen

"Ade nun zur guten Nacht"

Wir sagen "Danke" für diesen schönen, gelungenen Abend.
Ein besonderes "Dankeschön" an Richard für die Organisation u.s.w.!
"Ade nun bis zum nächsten Mal"!



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